Hier haben wir zwei ganz eigenartig geformte Gebilde, die man die »Kohlensäcke« genannt hat.
Auf den Photographien sehen diese »Kohlensäcke« aus, wie zwei neblige Massen von dunkler Färbung. Einige Forscher sind der Meinung, daß sie von einem dunkeln Körper herrühren, der zwischen uns und der Milchstraße liegt. Sie stellen Unterbrechungen der Milchstraße dar.
Interessant ist auch der »Andromedanebel« – ein großer Sternhaufen, der alle Arten von Weltkörpern und diese wieder in allen Altersstufen enthält! –
Wir finden in ihm noch völlig unberührte Materie, aus der sich in der Folgezeit Sonnen bilden werden, ferner schon fertige Sonnen, die aber noch von einem Glorienscheine aus weltbildenden Stoffen umgeben sind, sogenannte »Nebelsterne«, weiter Sonnen im Erstlingszustande ihres Daseins im Weltall, also noch in der Weißglut strahlend, dann Sonnen, die im gelben oder roten Lichte flammen, und endlich Sonnen, die schon dunkel geworden sind. Deren Dasein können wir nur aus der Tatsache folgern, daß sich in diesen Sternhaufen auch »veränderliche Sterne« aufhalten. Das Licht der hellen wird durch die dunklen Sonnen, wie wir schon hörten, zeitweilig abgeblendet und verringert!
In diesen Sternhaufen werden sich auch Planeten befinden, die wir gleichfalls nicht sehen können, weil sie in dem von der zu ihnen gehörenden Sonne entlehnten Lichte leuchten, ferner werden Meteore durch den Raum dort jagen und Kometen in die Reiche der einzelnen Sonnen, die die Sterngruppe bilden, eindringen!
Sterngruppen, wie der »Andromedanebel« stellen also kleine Weltalle (Universa) dar, inmitten des gewaltig großen Universums! –
Der »Andromedanebel« war den Sterndeutern des Altertumes bereits bekannt. Er wurde im Jahre 1612 von Simon Marius in Ansbach von neuem entdeckt und dann wiederholt beobachtet, beschrieben und in neuerer Zeit auch photographiert. Wenn wir eine solche Photographie des Nebels zur Hand nehmen, dann sehen wir in dem länglich geformten Gebilde zunächst einen hellen Kern. Um diesen herum legen sich zwei lichte Arme. Der ganze »Andromedanebel« hat also die Form einer Spirale! Wenn wir noch schärfer zusehen und außerdem das Spektroskop befragen, dann erfahren wir, daß dieser Nebel gar kein Nebel, also kein Gasgebilde, sondern ein Sternhaufen in unermeßlicher Ferne von uns ist. Die einzelnen Sterne in ihm können wir nicht mehr mit dem Fernrohre erkennen, weil der »Nebel« viel zu weit von uns absteht; aber das Spektroskop weist uns unzweifelhaft nach, daß es sich hier um einen Sternhaufen handelt. Wie wir es bei den einzelnen Sternen in der Gruppe der »Plejaden« hörten, so umgeben auch im »Andromedanebel« die einzelnen Sterne dieser Gruppe lichte Nebelmassen. Auch hier haben wir wie in unserem eigenen »Sonnensternhaufen« gasige Massen und Sterne eng zusammengehörig miteinander verbunden.
Der »Andromedanebel« steht viele tausend Lichtjahre von uns ab, und es gibt Forscher, die der Meinung sind, daß er ein All außerhalb unseres Universums (Weltganzen) ist, und daß er nicht mehr von jenem silbernen Bande umschlossen wird, das die Milchstraße heißt und die den Grenzwall der für uns sichtbaren Welt bilden soll! –
Die Milchstraße, das größte unter dem Endlich-Großen im Kosmos (dem Weltall) zieht sich durch die Sternbilder des »Schwanes«, des »Fuchses«, des »Adlers«, des »Schlangenträgers« (Ophiuchus), des »Schildes des Sobieski«, des »Schützen«, des »Skorpion«, des »Altar«, des »Centauren«, des »Schiffes Argo«, des »Einhorn«, der »Zwillinge«, des »Orion«, des »Fuhrmann«, des »Perseus«, der »Cassiopeja« und des »Cepheus«.