Welcher unermeßlich große Raum ist nötig, um alle diese Sonnen unterzubringen, – Sonnen, die unsere schon recht große Erde millionenmal an Größe übertreffen!

Und der Astronom sagt uns, daß man die Zahl der Sonnen in der Milchstraße nicht genau schätzen könne! 200 Millionen Sonnen nimmt man in ihr an; es können aber auch 400 oder 600 Millionen sein. Wir wissen es nicht! Hier hört eben unsere Vorstellung und alles Grübeln auf! Hier sind wir mit unserem Sehen, Prüfen und Forschen zu Ende! – Ich höre die Frage eines meiner Leser: »Was ist aber hinter der Milchstraße, wenn diese die Grenze der für uns sichtbaren Welt sein soll?«

Ja, – lieber Freund, wenn wir das wüßten! –

Ich nehme an, daß dort das Nichts ist; aber, was ist das Nichts? – Hier sind wir fertig mit unserer Erkenntnis, denn, wenn wir das »Jenseits der Milchstraße« ergründen könnten, würden wir vielleicht die ganze Schöpfung übersehen! Das aber sollen wir nicht. Die letzten Absichten hat sich der Ewige vorbehalten; aber er hat uns weit genug hinein sehen lassen in seine Werkstatt. In diesem Einblick liegt jedoch etwas anderes für uns mit begründet, das nämlich, daß unser Geist wirklich göttlichen Ursprunges ist, denn wir reichen mit ihm bis zu Gott und bis an seine Werke heran! Es gibt einige, die behaupten, daß jenseits der Milchstraße sich neue Milchstraßen dehnen und so fort in alle Ewigkeit! Das ist ganz schön; aber einmal muß auch das ein Ende nehmen. Hinter diesem Ende aber steht Gott, der die Welten in die Erscheinung rief und der sie wiederum vergehen lassen wird, wenn es ihm gefällt!

Wie die Welten vergehen werden, das wissen wir nicht, ebenso wenig, wann sie vergehen werden! Wir sehen nur, daß alles, was Gott in irgend einer Form einst schuf, diese Form wieder ablegen muß! – Wir sehen, wie die Jahreszeiten wechseln, daß die Blütenpracht des Frühlings und des Sommers vergeht, daß die Jahre eilen, und daß wir selbst aus der Mitte unserer Lieben hier scheiden müssen. Nichts Erschaffenes kann ewig dauern! –

Mithin müssen auch die Weltkörper die Form und Gestalt ablegen, in der wir sie heute am Firmamente leuchten sehen. Auch sie müssen vergehen, wenn ihre Zeit gekommen ist!

Die Himmelsforschung hat darüber Vermutungen angestellt, und im folgenden Kapitel wird die Rede von diesem »Vergehen der Weltkörper« in den Tiefen des Raumes sein! …

Fünftes Kapitel.
Das Ende der Welten!