Der greise Gonzalez hob das kahle / verknitterte / vom Alter braungelbe Antlitz: »Die Königin Johanna...« sagte er mit dünnem / schleifenden Ton / »die Königin Johanna... da bin ich ja damals mit in Arragonien gewesen /... bei der Abgesandtschaft war ich / die für Castilien werben kam.«
»Was denn weiter?« fuhr ihn der Markgraf Kulmbach an.
Gonzalez horchte zu ihm hinüber / als könne er ihn nicht sehen: »Damals war ein großes Fest in Arragonien... da haben sie uns die schöne Prinzessin gebracht / und mitten im Saal ihr den Halsschmuck abgenommen... ja... da konnten wir ihre frischen / runden Brüste sehen... und unserem Herrn Philipp vermelden / daß sie wohlgestaltet sei...«
»Ihr hättet ihr lieber in das Herz schauen sollen / statt auf die Brüste...« meinte der Fürstenberg.
Plötzlich stand der Leutnant Schnabel mitten unter den Generalen: »Ihr habt sie vielleicht gekannt / Herr Graf?« fragte er und lächelte mit den Augen.
»Freilich...« gab ihm der Fürstenberg zurück. »Ich war ja dazumalen lange in Castilien und bin dabei gewesen / als König Philipp starb.«
»Ist es wahr / daß sie selbst ihn vergeben hat?« donnerte der Markgraf dazwischen.
»Wie meint Ihr?« fragte Fürstenberg ruhig.
»Nun / vergiftet soll sie ihn haben...« / schrie der Markgraf.
»Ihr seid sehr töricht / dergleichen laut gegen die Wände zu schmettern« / sagte Contarini spöttisch.