Ich warf mich flüchtig zur Erde / hielt die Hand vor den Mund / damit das Jauchzen in mir nicht laut hervorschmettern solle /und dann murmelte ich irgend ein Zeug ohne Sinn / stotternd ... Majestät... und wieder... Majestät. Wie ich aber zu Pferde sprang / fing ich einen seltsamen Blick auf / den mir der Kaiser nachsandte. Es war wie ein kaltes Staunen / und als ob er mir's nicht gönnen wolle / daß ich nun meinen Willen hatte. Im Abreiten spürte ich ihn noch im Rücken hinter mir herstechen / diesen Blick / und alle meine Freude war davon wie verschüchtert. Da ich jedoch nach kurzem Traben dem Kaspar begegnete / den sie gefesselt hinter unserer Schwadron einherführten / war ich doch des Glückes voll / weil nun alles so gut abgelaufen schien. Ich winkte ihm zu / lächelte / und schrie: »Gebt ihn los / Ihr Leute / der Mann ist frei!«

Kaspar schwieg still. Doch während sie ihm dann abseits des Weges im Grase die Stricke lösten / schauten wir einander an / und mir war so warm zu Mute / als hätte ich einem verlassenen Kinde Gutes erwiesen.

Sowie Kaspar der Bande ledig war / hob er mit einem singenden Schrei die Arme hoch in die Luft / warf die Hände / und trieb es fröhlich genug. Alle lachten. Ich lachte auch / und am meisten der Kaspar.

Dann trat er zu mir / und den Hals des Pferdes streichelnd / sagte er: »Es ist derselbe Fuchs / den Ihr gestern hattet...«

»Und von heut' ab sollst du ihn pflegen« / meinte ich.

Kaspar schaute lachend zu mir auf: »Jetzt muß ich schon Euch gehören / gnädiger Herr / denn Ihr habt mich ja gradaus vom Galgen geholt.«

»Was bist du auch so dreist?« schalt ich ihn.

Er aber meinte: »Ich bin gar nicht dreist / Herr Junker / mich hat's nur wegen der Pferde verdrossen...«

Indessen sprengte einer von den spanischen Offizieren heran. Er hielt am Wegsaum / wie er uns auf der Wiesen erspähte / kam dann zu uns / und an sein Hütchen greifend / fragte er mich: »Ist das dort der Schuft / der dem Kaiser mit der Peitschen ins Gesicht gefahren ist?« Und ohne meine Antwort zu erwarten / rief er die Soldaten an: »Heda! Hole einer von Euch den Profosen. Aber schnell!«

»Was wollt Ihr?« rief ich zornig. »Der Kaiser hat ihm gerade das Leben geschenkt.«