Da meinte der Spanier höhnisch: »Das Leben freilich. Das will ich ihm auch nicht nehmen. Aber seine Nase und seine Ohren wird er mir schon hergeben müssen.«
Kaspar sah mich erstaunt an und ich wurde zornig: »Kein Haar werdet Ihr dem Burschen da krümmen...« schrie ich dem Spanischen ins Gesicht.
»Ihr werdets nicht hindern...« erwiderte er mir langsam.
»Herr!« ich hob mich dabei in den Bügeln / »ich rat Euch / treibt Eure Possen anderswo...«
»Ich treibe keine Possen. Ich komme vom Kaiser.« Er sprach immer langsam und wie mir schien verächtlich.
»Er ist begnadigt... in Teufels Namen...« / sagte ich erbost.
»Da habt Ihr recht« / rief in diesem Augenblick der Leutnant Schnabel / der eben herangaloppiert kam. »Da habt Ihr recht... in des Teufels Namen begnadigt. Gebt Euch zufrieden Rehberg / es ist wie der Hauptmann sagt.«
Nun wurde mir plötzlich Angst. »Was meint Ihr denn?« fragte ich den Schnabel / »der Kaiser...«
Der Schnabel lachte verlegen: »Den Galgen hat ihm der Kaiser geschenkt... ja... freilich... aber ungestraft läßt er seine Keckheit nicht.«
Weil er nun merkte / wie's mich angriff / redete er mir im Ernste zu / und berichtete mir genau / was des Kaisers Wille sei: »Ihr habt Euch zu rasch davon gemacht / Junker Rehberg. Der Kaiser folgte Euch lange mit den Augen / ward dann nachdenklich und befahl zuletzt / was Ihr vom Spanier gehört habt. Es soll ein Signum sein / sagte der Kaiser / daß der Bursch sich an kaiserlich römischer Majestät Person vergriffen hat. Schaut nicht so wild und faßt Euch. Es ist nichts mehr dran zu ändern...«