In diesem Augenblick sprach mich Kaspar an. Er hatte während dieser Wechselreden immer nur mich voll Zuversicht angeschaut. Jetzt stand er neben meinem Bügel und redete zu mir: »Ist es wahr / gnädiger Herr / daß ich solchen Gräuel erleiden soll?«

»Es ist wahr / mein armer Kaspar ... leider Gottes...« Ich vermochte seinen Blick nicht auszuhalten.

Da faltete er die Hände / und seine Stimme klang seltsam verändert / wie aus einem Abgrund zu mir herauf: »Gnädiger Herr / das nicht... um mein Leben hätte ich nie gebeten... aber laßt das nicht an mir geschehen... ich bitte Euch.«

»Kaspar« / antwortete ich ihm / »bei Gott / ich kann dir nicht helfen. Ich will gern alles für dich tun / was du nur verlangst / aber...«

Er fiel mir ins Wort: »Ist das Euer Ernst / daß Ihr alles für mich tun wollt?« Und seine Augen trafen mich mitten ins Gesicht / als suchten sie nach meinem guten Willen.

»Ich schwöre es dir / Kaspar« / sagte ich in diesen Blick hinein / »was du verlangst / will ich tun.«

Er spähte rasch zur Seite nach dem Spanischen und dem Schnabel / die sich miteinander unterhielten. Dann flüsterte er auf die Pistole in meinem Sattel deutend: »Da habt Ihr etwas / was mir helfen kann.«

»Kaspar« / rief ich leise. »Du bist ein Mann / wirst es verschmerzen und noch lange leben... bei mir leben.«

»Nicht bei Euch und nicht anderswo. Ich ertrag's nicht / gnädiger Herr. Verzeiht mir / aber das leid ich nicht. Haltet Euer Wort / und alles wird sein / als hätt' mir der Kaiser nicht das Leben geschenkt... besser noch / denn der Henker wird mich nicht angerührt haben...«