Ich schaute / während er mit festem Tone also redete / in sein helles Gesicht / darauf die Jugend blühte / und auch mir war's unerträglich / daß er von Blut und Wunden sollte entstellt / unkenntlich und verstümmelt werden. Ich war auf einmal beinah froh und wie getröstet / weil der Kaiser damit um seinen Willen kam und ganz sachte flüsterte ich ihm zu: »Nimm dir / was du willst...«

»Nein« / entgegnete er mit einem unbeschreiblichen Lächeln. »Ich selbst darf es nicht tun / um meiner Seele Willen« / und dabei drang er mit seinen Augen in mich ein.

»Kaspar...« / sprach ich / »... Freund...«

»Macht schnell...« flüsterte er mir zu / »jene werden nicht mehr lange warten / und der Spanier soll mich nicht haben.«

»Nein« / gab ich zurück / als lenke er meine Worte in mir / »der Spanier soll dich nicht haben...«

Er lachte frisch auf und trat näher heran.

»Kaspar...« fing ich an / »vergib mir die Schuld / die ich um dich trage...«

Er streichelte die Mähne meines Pferdes: »Gnädiger Herr / ich hab nichts zu vergeben / vielmehr müßt Ihr mir verzeihen /... und laßt Euch danken / weil Ihr so barmherzig zu mir seid.«

»Kaspar« / sagte ich noch einmal / aber er hatte seine Wange auf den Hals meines Pferdes gelegt. So stand er vor mir und sah zu mir herauf / und ich hörte / wie seine Hand die Brust des Tieres klopfte / damit es ruhig bleibe.