»Schön …, schön …«, sagte er, »Sie lassen Ihnen nur von einem geistlichen Herrn vögeln …«

Er mußte von den Hausleuten alles erfahren haben. Aber ich war ihm gewachsen.

»Wenn Sie nicht Ruh geben …«, sagte ich streng, »nachher zeig' ich Ihnen bei der Polizei an …«

Er wurde noch gelber und schwieg. Während er sich vollends anzog, hieb und stieß er wütend mit seinen Sachen herum. Dann setzte er zornig seinen Hut auf, kam dicht an mich heran und flüsterte: »Na warten S' …, mit der Polizei drohen Sie mir …, Sie Mensch, Sie ausgeficktes …, warten S' …, Sie werden mich noch einmal bitten, daß ich Ihnen die Ehr erweis' …« Ich lachte höhnisch auf, und er ging fort.

Aber er war es, der zuletzt lachte.

Es war ein paar Wochen später. Ich wusch mich und stand im Hemd und Unterrock. Der Vater, der weg ging, nahm Abschied von mir und steckte seine Hand in mein Hemd, um ein bißchen mit meiner Brust zu spielen.

In diesem Augenblick öffnete der Rudolf – so hieß der Kaffeehauskellner – rasch die Tür. Noch nie war er so zeitlich wach gewesen. Mein Vater zog blitzschnell die Hand von mir zurück.

Rudolf sagte gelassen: »Entschuldigen, könnt' ich heut das Frühstück früher haben? Ich muß zum Magistrat …«

Wir glaubten, er habe nichts bemerkt.

Als aber der Vater fort war und ich in die Küche ging, um Kaffee für Rudolf zu kochen, grinste mich der Bursche an und lachte: »Also der Vater darf mit die Duteln spielen, was?«