»Aber …, aber …, ist schon recht …, ist schon recht …«
»Herr Rudolf«, flehte mein Vater, »Sie müssen mir einen heiligen Eid schwören, daß Sie nix verraten …«
»Fällt mir nicht ein«, rief Rudolf obenhin, »ich schwöre nicht …, fällt mir nicht ein …, aber ziagn's Ihnen nur an, und kommen S' in die Küche hinaus, da reden wir dann ein Wort miteinander …«
Voll Aufregung zog sich mein Vater an. Als er in die Küche hinauskam, war Rudolf schon weg.
Jetzt waren wir beide bestürzt. Der Vater ging in die Arbeit, ich trieb mich umher wie sonst, und mit Beklommenheit legten wir uns abends schlafen, ohne miteinander zu sprechen. Doch wußten wir, was uns bedrückte.
Der Vater sagte nur einmal: »Wenn er mich anzeigt …, der Kerl …, nachher erschlag' ich ihn.«
Aber ich gelobte mir für diesen Fall auch meinerseits den Herrn Rudolf in die Tinte zu legen.
Wir schliefen ein, wachten wieder auf, schliefen wieder eine Weile. Wir warteten beide auf Rudolf und hofften, er werde, wenn er heimkommt, mit sich reden lassen.
Endlich hörten wir die Türe aufgehen.
»Jetzt ist er da …«, sagte der Vater. Er nahm ohne weiters an, daß ich wach sei, und ich war es auch. Es mochte drei Uhr sein. Draußen zog sich Rudolf aus, und wir hörten ihn hantieren.