Am dritten oder vierten Tag, ich war schon um zehn Uhr von der Schule frei, kam ich am Vormittag nach Hause. Die Küche war leer; die Glastür, die in das Zimmer führte und mit einer weißen Spitzengardine verhängt war, geschlossen. Ich sah gleich, daß die Mutter mit dem Herrn Ekhard im Zimmer war. Und da sie mich nicht hörten, verhielt ich mich still und trachtete ihr Gespräch zu erlauschen, weil ich dachte, es werde wieder von mir die Rede sein.

Ich hörte, wie meine Mutter sagte: »Nix ham S' g'hört, eine Lug ist das von Ihnen …« Ekhard entgegnete: »Aber erinnern S' sich nur, es wird schon stimmen …, ich hab' ganz genau g'hört, wie Sie g'sagt haben, es is Ihnen noch nicht gekommen, und wie Sie von Ihrem Mann verlangt haben, er soll noch eine zweite Nummer machen.«

Die Mutter lachte: »Ja, von dem eine zweite Nummer …, da muß man froh sein, wenn er eine zusammenbringt …«

»Na sehen Sie«, meinte Ekhard eifrig, »er wird halt früher fertig wie Sie, weil er zu viel Schwäche hat …«

Die Mutter antwortete mürrisch: »Andere Männer werden auch nicht viel besser sein.«

»Oho, da täuschen Sie sich aber recht sehr«, widersprach ihr Ekhard, »ich kann's so lang zurückhalten wie ich will, und wenn Sie es sich dreimal wollen kommen lassen, liegt mir auch nix dran.«

Die Mutter lachte: »Das kann ein jeder sagen. Das glaub' ich nicht …, Sie tun sich nur prahlen …«

»Was prahlen …? Was prahlen …?« Herr Ekhard trat ganz nah zu meiner Mutter. »Geben Sie's her einmal …, dann werden Sie schon sehen …«

Die Mutter schüttelte den Kopf: »Aber nein, das wissen Sie schon, das tu' ich nicht.«

Ekhard erwischte sie bei den Hüften: »Na gehen S', jetzt wär' ich grad aufgelegt, ein paar Nummern zu machen …«