„Ganz gewiß, der Monarch müßte denn seine Ansicht geändert haben, und das thut er nie.“

Kollmann dankte und empfahl sich. Plomberg aber sagte zu sich: „Es geschieht Einem Recht, wenn man sich unvorsichtig einem solchen Kerl in die Hand gibt; aber vielleicht ists gut, — der Zweck der Audienz kann demjenigen, der ihn aufgeschrieben, keinesfalls schaden.“

Dabei nahm er aus seinem Portefeuille die Liste, die er bereits gestern mit dem Gouverneur für den Generaladjutanten entworfen, und setzte Kollmann’s Namen darauf. —

— Während hier Minen gegraben wurden, hatte Arnold seine Streitkräfte im offenen Felde entwickelt.

Den ganzen Morgen einsilbig und zerstreut, wurde er vom späten Frühstück mit Sprenger abgerufen nach Klotildens Zimmer, stand ärgerlich auf, ging mit einem Gesichte wie ein naßkalter Novembertag weg, und kam mit einem Junimorgen zurück. Klotilde hatte ihren Auftrag erfüllt. —

„Wenn ich gleich über das Ergebniß deiner Reise in Bezug auf den ostensibeln Zweck noch nicht urtheilen kann, sagte Sprenger, so scheint wenigstens, aus deiner Stimmung zu schließen, ein anderer erreicht?“

„Ich habe gestern geschwiegen, weil ich mich unglücklich fühlte und doch einsah, daß ich keinen Grund hatte. Heute ists anders, und ich weiß, daß dir dieß genügt, um dich mit mir zu freuen.“

Ohne weitere Uebergänge erwiederte Sprenger: „Und eben so glücklich, und noch mehr, wird dein Vater sein, wenn der Gegenstand deiner Liebe ein solcher, den du als seine Tochter, als Erbin von Korbach, in seine Arme führen kannst.“

Wenn Arnold am Besten that auf diese Frage zu schweigen, — so hatte Sprenger seinerseits die Ueberzeugung, daß die Hoffnungen seines alten Freundes auf eine Wahl, die das Glück des Sohnes gründen könne, einer Liebe gegenüberstehen, die nach seiner Auffassung zu keinem Heile führte. Er war bekümmert ohne es zu zeigen und hielt sich an die Hoffnung, daß es eine vorübergehende Leidenschaft sei.