„Fremd und mittellos in das Land gekommen, welches so glücklich ist, unter dem Zepter Eurer Majestät zu stehen, ist es mir unter dem Schutze der Gesetze gelungen, einiges Vermögen zu erwerben.“ —
Der Monarch machte eine Bewegung, welche die Befremdung über den sonderbaren Eingang ausdrückte.
„Die Bitte, die ich Euer Majestät vorzutragen wage, ist mir von dem Bedürfniß eingegeben, mein tiefes Dankgefühl, und meine Verehrung für den Monarchen des Landes, dem ich mein Glück verdanke, durch ein Anerbieten an den Tag zu legen, welches die Entschuldigung seiner Kühnheit nur in dem Beweggrunde findet, der es veranlaßt hat.“
Die Rücksicht auf die fremde Konsuls-Uniform vermochte den Monarchen, seine Verstimmung über die lange Vorrede zu verbergen. Er fragte freundlich aber kurz: „Was ist Ihr Anliegen?“
„Meine Besitzung im Gebirge, sechs Stunden von der Residenz, einerseits an Gebirge grenzend, welche ein reiches Gemsengehäge enthalten, anderseits an Waldungen, welche von Hochwild wimmeln, würde sich mit geringen Aenderungen an den Gebäuden zu einem Jagdschlosse eignen. Die Bitte, die ich wage, besteht darin, Euer Majestät wollen geruhen dieselben allerhöchst Ihren Domänen einzuverleiben.“
Da die Jagdliebe des Souveräns allgemein bekannt war, so hatte der Hof zu verschiedenen Zeiten Anträge zu Ankäufen von dieser Art Besitzungen erhalten und auch einige an sich gebracht.
Er erwiederte: „Es ist mir leid, auf Ihr Anerbieten nicht eingehen zu können,“ und fügte lächelnd hinzu: „Sie werden wissen, daß wir Domänen verkaufen, nicht aber kaufen.“
Kollmann trat mit der Miene der tiefsten Kränkung einen Schritt zurück und sagte: „Ich hatte auf das Glück gehofft, meine werthlose Gabe in der Weise an den Stufen des Thrones niederlegen zu dürfen, wie es dem frommen Katholiken gestattet ist, dem Haupte der Kirche den sogenannten Peterspfennig anzubieten, und ich fühle nun erst die ganze Kühnheit meines Gesuches.“
Der Monarch war überrascht, aber nicht unangenehm, und antwortete: „Ich danke Ihnen, danke Ihnen herzlich für Ihr loyales, schönes Anerbieten, das ich jedoch nicht annehme. Wenn es aber meine Zeit erlaubt, werde ich mir Ihre Besitzung besehen und in Ihren Bergen jagen. Wenn Sie ein anderes Anliegen haben, werde ich es jederzeit thunlichst berücksichtigen. Nochmals, Ihr Antrag hat mich sehr gefreut.“
Er machte die entlassende Bewegung auf die huldvollste Weise und Kollmann trat mit dem Ausdrucke der vollsten Befriedigung unter die Wartenden heraus, und begab sich zum Generaladjutanten.