Der Monarch unterbrach die Begrüßung des Direktors mit den Worten: „Ich liebe Kunstwerke, verstehe aber nicht viel davon, — ich habe nicht Zeit mich damit zu befassen; Sie werden mir mit Ihrem Urtheil vorangehen.“

Der General-Adjutant aber, welchem Volpi den in Sammt gebundenen Katalog überreichte, schnitt gleich das erste Urtheil in so markirter Weise ab, daß Jener das Ueberflüssige seiner Bemerkungen einsah und schwieg.

Mit Entschlossenheit war der Souverain die Treppe hinangestiegen, als ginge es einer Batterie entgegen. Es mußte mit Würde getragen werden: die Kunst war einmal ein nothwendiges Uebel, und die reichen Banquiers hegten und pflegten sie und betrachteten die Akademie als ein Kleinod der Stadt.

Man setzt sich in Bewegung, voran der Monarch mit dem Grafen Greuth und Volpi, — in der Entfernung einiger Schritte die jüngeren Adjutanten und andere Offiziere, worunter Plomberg, — die zahlreichen Besucher folgen mit Augen und Ohren jedem Worte und jeder Bewegung.

Es ist gebräuchlich, daß bei solchen Gelegenheiten der General-Adjutant durch eine Bemerkung oder Frage die Gemälde bezeichnet, deren Ankauf für den allerhöchsten Hof wünschenswerth erscheint.

„Firefly, lichtbraune Vollblut-Stute des Herzogs von Devonshire,“ war der erste Gegenstand, welcher ein wohlgefälliges Lächeln hervorrief.

„Prächtiges Thier! mahnt viel an meine Arabella.“ —

„Euer Majestät geruhen zu bemerken, daß die Arabella stärker auf dem Vordergestell. Der Herzog scheint nicht die Force Euer Majestät, — das Pariren im gestreckten Lauf, — zu besitzen.“

Man überflog eine Wand mit verschiedenen Gallait, Achenbach, Lessing, Rottmann, Bürkel u. dgl. und kam vor einem brennenden Johann Huß von unbekannter Hand zum Stillstande.

„Etwas zu graß! Die verkohlte, zerplatzende Stirnhaut ist beinahe widerlich. Wie heißt der Maler?“ —