„Kornberger; es ist im Kataloge bemerkt, daß derselbe der Verfertiger der Holzschnitte zur Kirchenzeitung.“

Ein Wink an Direktor Volpi belehrte diesen, daß der brennende Ketzer nun an einem frommen Herrscher einen Beschützer gefunden.

Der Direktor unterstand sich, die allerhöchste Aufmerksamkeit auf einen Cäsar zu lenken, auf welchen die Dolche der Verschwornen einblitzen, mit der Bemerkung, daß der talentvolle junge Künstler, von welchem das Bild herrühre, sich um das Stipendium zur Reise nach Rom bewerbe.

Der Graf warf schnell dazwischen: „Schade um das Talent, das auf einen so abscheulichen Gegenstand verwendet worden.“ — Der Monarch aber fragte: „Ist der Mann ein Inländer?“

„Er ist ein Sohn unserer Stadt,“ erwiederte Volpi.

— „Gut, — notiren Sie seinen Namen, — er soll das Stipendium haben.“ — Dießmal war die Politik dem Verdienste zur Seite gestanden.

In den folgenden Sälen wurden auserkoren: Walachische Bauern mit Pferden — Wachtstubenszene — Scheibenschießen in Tirol — Wegnahme einer feindlichen Kanone — ein „Rastlbinder.“ —

Die Mehrzahl dieser Schöpfungen hatte die Zulassung in die Gallerie der Milde zu danken, womit der prüfende Ausschuß zu Werke gegangen war. Allein Graf Greuth war ein reeller Mann, der mehr auf den Kern als auf die Schale sah, und hielt sich nicht an die Ausführung, sondern nur an die Idee, ohne jedoch für den Reiz eines besonders lebendigen Farbenspiels unempfindlich zu sein.

Die Schaar der Besuchenden lauschte in tiefer Stille. Die Worte des Souverains in Betreff des jungen Künstlers thaten die beste Wirkung; was sie aber von dem ausgestreuten Manna des General-Adjutanten auffingen, erschien ihnen nicht schmackhafter als den Juden das ihre in der Wüste. Doch war eine große Zahl unter ihnen, welche sich nur von seiner Erscheinung unangenehm berührt fanden, nicht von seinen Worten, — nämlich diejenigen, welche kein Deutsch verstanden. —