Unser Mentor sagt: Gerade umgekehrt. Im Freinhof sitzt die Fliege, die Person, welche von all’ den Spinnen in den obern Regionen zu verschiedenen Zwecken benützt wird.

Ich sage: Beide haben Recht, Beide Unrecht. Es ist da ein Mensch, der von Einigen zu ihren Zwecken gebraucht wird, und selbst seine eigenen mit Andern verfolgt.

Ihr sucht überhaupt zu tief — Ihr wollt eine Freimaurerloge, Vehmgericht, Falschmünzerbande, kurz irgend eine prächtige Roman-Teufelei mit einem vielgestaltigen Anführer und Verschwornen in allen Ständen herausfinden. All das könnte sein, — aber es ist eben nicht! Ich sehe das so klar, mit diesen meinen Augen, die trotz deines Vergleiches kein anderes Blau haben als eine frisch abgesottene Forelle. Glaub’ mir, hinter der ganzen Geschichte steckt Nichts als Ein schlechter Mensch, dessen Opfer auch die arme schöne Frau. Der Vater sagt, von seinen Freunden würde keiner so handeln, und entsinnt sich keines Feindes. Den Herrn des Freinhofes kennt er gar nicht. — Was bei uns vorfällt, erfährst du gleich.“ — —

— — — Wer sah am Richtigsten? Der Taschenteufel, — der vielgereiste Mentor oder die achtzehnjährigen Genzianen-Augen? —

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Ein Streiflicht fällt, wenn nicht auf das Gewebe, doch auf die Spinne, wenn wir Sembrick folgen, der am Nachmittage nach Arnolds Besuch abgereist, Abends im Freinhofe eingetroffen war.

Mit einem Gewitter hatte drei Tage früher unsere Erzählung begonnen — es folgte ihm die Abendfeier am Himmel, die zugleich das Morgenroth einer erwachenden Liebe. — — Das heutige war auf den Raum eines Menschenherzens eingeengt — es folgt ihm aber kein Abendroth. —

Als Edmund ankam, war Julie auf ihrem Zimmer. — Er faßte mit ruhiger Hand ihre dargebotene zitternde. Tiefer Ernst, — gebändigter Schmerz lag auf seinem Gesichte — — das ihre war eine weiße Rose im Sturm.

„Edmund, ich wußte, daß Sie kommen würden!“