„Und Sie sind so bewegt, als wäre das Unerwartetste erschienen.“

„Ich bin’s, weil ich Sie erwartete! Sie erhielten meinen Brief“ —

„Ich erhielt ihn aus Korbachs Händen heute Morgen, und bin gekommen, ihn nach seinem ganzen Inhalte zu beantworten.“

„Ach Gott, Sie sprechen so gemessen, in einem so feierlichen Tone“ —

„Wie es eine Stunde fordert, in welcher klar werden muß, Julie, was wir einander sind, und fortan sein können.“

„Und war denn nicht Alles so klar, wie es sein soll und kann und mag, sein wird, wenn Sie es nicht unklar machen wollen? Edmund, ich leide genug, — können denn Sie mich quälen?“

„Leid von Ihnen fern zu halten war mein Ziel, seit ich Sie gefunden. Wenn ich es nicht erreicht, noch lange nicht erreichen werde, so liegt die Schuld nicht im Mangel des Willens, noch der Kraft. Jedes Handeln ist für jetzt unmöglich!“

„Unwürdig ist unser jedes Wort, das den Gedanken verschleiert! Sie wollen mir nicht sagen, daß Sie nicht handeln können, Sie wollen sagen, daß Sie dabei allein stehen wollen. Was Sie unklar zwischen uns nennen, das ist der Brief, mit dem ich Arnold sandte! Und Sie vergessen Ihre Worte: „Noch Eine sichere Hand, eine treue Seele, auf die Sie zählen können!““

„Ich habe sie nicht vergessen, — und statt Sie zu fragen, wie Sie in Korbach den Mann erkannt, auf den ich zählen könne, sage ich Ihnen geradezu, Sie haben recht gesehen, — er ist es. Aber die Zeit ist noch nicht gekommen, — und wenn sie kommt, so bedürfen Sie meiner dann nicht mehr.“

„Edmund, glauben Sie nicht, mich durch Ihre Härte dahin zu bringen, daß ich etwas sage, was Sie mit Recht verletzte, damit Sie ein hartes Wort von mir als Schild gegen Ihr eignes Gefühl halten könnten, das Ihnen sagt: sie bedarf meiner! — Was ist anders geworden seit dem Tage, wo Sie von diesem Fenster auf den Berg hinüberblickten und sagten: So wahr der Geist Gottes über den Wassern und jener Höhe schwebt, der in das Dunkel, in dem Sie wandeln, hineinrufen wird, es werde Licht! so lange weiche ich nimmer von Ihnen, bis mit seiner Hülfe die Fessel gelöst ist! — Was ist anders geworden? — nicht ich, Edmund, aber Sie!“