— „Der Husarenoberst ist der Vetter des Baron Heidenbrunn, und dieser der Adjutant des Prinzen Ernst August. Plomberg hat jedenfalls Einfluß dort. Uebernimm auf ein halbes Jahr die Rolle der alten Mersey und zahle seine Schulden, so hast du ihn mit Haut und Haar!“
— „Nicht, wenn ich ihn um einen Gulden haben könnte. Das ist kein Weg für einen Korbach.“
— „Lieber Arnold, mein Gewissen ist um nichts elastischer als deines! Das ist reine Geschäftssache. Wenn ein solcher Kerl licitando zu haben, so lizitire ich mit, wenn ich weiß, daß er sich sonst der Gegenpartei verkauft. Wenn ich mit einer Handvoll Banknoten vielleicht eine niederträchtige Intrigue vereiteln kann, so ist das ein Weg, welchen Die von Korbach so gut wandeln können, als Der von Günther!“
— „Nenne es Caprice, aber wir überlassen einmal, eben als gute Bürgerliche, den geschlossenen Helm dem Adel und fechten nur mit offenem Visir. Mit Plomberg habe ich Nichts zu thun.“
— „Auch gut. Aber bei Wörlitzer kannst du dich mit offenem Visir vorstellen; die Westbahn, von welcher er Direktor ist, kann für Euch höchst wichtig werden. Mich hat er im kaufmännischen Verein zehnmal geladen, und ich lasse mir jedesmal wieder seine Adresse geben. Nun gehe ich hin, und nach deiner Rückkehr stelle ich dich vor.“
— „Auch dieser ist mir höchst antipathisch.“
— „Vielleicht, weil du dort mit Sembrick zusammentreffen wirst?“
— „Das vergaß ich. Jetzt gehe ich jedenfalls hin. Ich muß ihn treffen, damit wir wenigstens ordentlich auseinander kommen. Die Art, wie wir uns verlassen haben, kann wohl nicht füglich ein letztes Wort vorstellen.“
— „Wenn du vielleicht bloß zu Wörlitzer gehen willst, um den Salon des Banquiers als Turnierplatz mit Sembrick zu benutzen, so laß dich gefälligst von Jemand Anderem vorstellen.“