— „Besorge Nichts! Ich weiß nur nicht, was es nützen soll, — der Minister des Innern ist das personifizirte Konkordat, und jedenfalls schon prävenirt.“

— „Was ihn nicht verhindert, seine Fonds durch einen Juden verdoppeln zu lassen, der viel zu klug ist, um sich nicht wärmer für Euer gegenwärtiges Korbach, als für die Altenberger Zukunftsmusik zu interessiren. Wenn du die ganze Geschäftswelt auf deiner Goldwage wägen und dich mit Niemandem einlassen willst, der nicht in unserm Sinne korrekt, so nimm lieber heute als morgen die Tafel von Eurer Niederlage ab!“

Arnold war bei aller Korrektheit praktisch genug, um sein Prinzip nicht auf die Spitze zu treiben.

— „Mit den Geistlichen, fuhr Günther fort, ist jetzt nichts zu thun; du kannst deinen Vater nicht desavouiren.“

— „Um so weniger, als ich ihm vollkommen Recht geben muß.“

— „Wann willst du reisen?“

— „Sobald die Antwort von Korbach eintrifft.“

— „Lasse mich’s wissen, ich hole dich dann ab, und begleite dich die zwei Stunden bis Treustadt, wo ich ein Geschäft habe, das an keinen Tag gebunden ist. Und nun noch ein Wort in alter Aufrichtigkeit: Sprichst du von dem, was dir bei der ganzen Sache am tiefsten zu Herzen geht, seit drei Tagen keine Silbe, weil du mich nicht für fähig hältst, dich zu begreifen?“

— „Ich spreche nicht davon, sagte Arnold, indem er die Farbe wechselte und Günthers Händedruck mit krampfhafter Heftigkeit erwiderte, weil ich dir kein Bild aufrollen will, das dir zeigen würde, wie diese ganze geschäftliche Besonnenheit eine eiserne Maske ist, hinter der mir, ich schäme mich nicht, dir’s zu sagen, oft blutige Thränen herabrollen. Es wird eine Zeit kommen, wo ich wieder sprechen kann, jetzt bin ich nicht falsch gegen dich, sondern gegen mich selbst. Ich belüge mich den Tag über, und lasse die Wahrheit für die Nacht.“