Wenigstens war es Alles, was Lipprecht erfuhr, welcher durchaus nicht allzu inquisitorisch auftreten wollte, den aber Knorr bedeutend zu interessiren begann.

In tiefem Dunkel waren sie in den Thalgrund herabgekommen, — am stillen, leeren Freinhof vorübergegangen, den Fichtenkegel hinangestiegen. —

Eine Stunde später hatte Knorr’s einfache, treffliche Küche und der, ganz unerwartete Sorten liefernde, Keller alle Ermüdung vollständig beseitigt. —

Es wurde Mitternacht und noch drang durch die Spitzbogenfenster Gläserklingen und Lachen in den Wald hinaus, und die Stimmfülle, womit das Gespräch geführt wurde, war ein glänzendes Zeugniß für die Organe der beiden Herren.

Während aber Knorr, mit der Tragweite seiner Flaschenbatterie vollkommen vertraut, eben so vollkommen Herr seines gerichtlich nachgewiesenen Verstandes blieb, hatte der sonst so umsichtige Kommissär einer ihm trotz seiner Kennerschaft fremden Weingattung auf die Bürgschaft seines Wirthes zu sehr vertraut und ein Paar Fragen gethan, die er besser unterdrückt hätte.

Als er, nach den Mühseligkeiten des Tages und der eben so angreifenden, die halbe Nacht währenden Erholung auf Knorr’s Ruhebett einschlief, stand dieser mit verschränkten Armen vor ihm, betrachtete ihn, in seinen Bart lachend, und sagte vor sich hin: „Da liegt die wirkliche Polizei und schläft wieder, — nachdem sie früher so lange geschlafen. Wer sie denn jetzt mag aufgeweckt haben?“

— — Lipprecht that am Morgen noch einen Gang durchs Thal, um den Hof herum, nahm in seinem Gehirn einen förmlichen Wachsabdruck sämmtlicher Lokalitäten mit, begab sich auf dem uns bekannten Wege nach Pottenbach zur Bahn, und brachte als Ergebniß seiner Vergnügungsreise nebst zahllosen kleinen Notizen folgende Hauptartikel zurück:

der Holzschreiber Walcher liegt in einer Schlucht des Wettersteins; —

Kollmann ist in irgend einer Weise an dessen Verschwinden betheiligt; —

ein Motiv, warum der arme Teufel aus dem Wege geschafft worden, ist nicht aufzufinden;