Zwanzigste Szene
Die Hoffnung, auf einen goldenen Anker gestützt, kommt aus der Erde.

Hoffnung (ist ideal gekleidet, spricht sehr lebhaft und munter). Sie pardonieren, mein Herr, daß ich die rechte Tür verfehlte; doch ein Frauenzimmer, die so viele Geschäfte hat, wie ich, nimmt das nicht so genau. Nun, so heißen Sie mich doch willkommen! Sie sind ja ganz verblüfft?

Eduard. Welch eine angenehme Erscheinung! Mir wird so wohl in
Ihrer Nähe.

Hoffnung. Wie? Kennen Sie mich nicht, junger Herr?

Eduard. Ich habe wirklich nicht die Ehre—

Hoffnung. O pfui! Sagen Sie das nicht! Eine Person nicht zu kennen, die in allen Kalendern und Taschenbüchern schon bis zum Überdrusse abgebildet ist. Kennen Sie mich wirklich nicht? Ich habe Sie als Kind auf meinen Armen getragen, als Knabe Ihre Schmerzen versüßt, wenn Sie die Rute bekommen sollten; als Jüngling Ihnen die Leiter gehalten, wie Sie zu Ihrem Liebchen auf die Terrasse gestiegen sind—

Eduard. Ah, Sie sind—

Hoffnung. Die Hoffnung, untertänigst aufzuwarten, nicht nur die
Ihrige, sondern die der ganzen Welt.

Eduard. O, so laß mich zu deinen Füßen stürzen, Tochter des
Himmels.

Hoffnung. Langsam, mein Herr, nicht so rasch! Sieh, sieh, wie exaltiert. Hat Sie meine Feindin, die Furcht, schon verlassen, weil Sie so schnell wieder zu meiner Fahne schwören? Wissen Sie vielmehr, daß das sehr unartig ist, eine Dame vor sich stehen zu lassen, ohne ihr einen Sitz anzubieten! Oder glauben Sie, weil sich so viele Leute auf mich stützen, daß ich keiner Stütze bedürfe? Nein, mein Herr, einen Sitz.