Florian. No, wann S' was g'spannen; das ist eine barbarische Schönheit. Die ganze Welt darf man ausreisen, es gibt keine.—Ach, ich glaub' nicht, daß man in der Walachei eine findet.

Longimanus. Nu, bravo! Die muß Er mir einmal aufführen.

Florian (lacht). Ach nein! Euer Herrlichkeit sind gar ein
G'spaßiger? Sie könnten mir s' abwendig machen.

Longimanus. So sei Er nur nicht so kindisch; was fallt Ihm denn ein?

Florian. Nein, nein! Was nützt denn das? Ich gib s' nicht aus der Hand. Wer mir meine Mariandel stehlet, der wär' ein Kind des blassen Todes! Ha! da würde ja gerauft! Euer Herrlichkeit sind ein stattlicher Mann, aber die Schläg' möcht' ich Ihnen nicht wünschen, denn meine Mariandel ist meine einzige Passion!

Arie.
D' Mariandel ist so schön,
D' Mariandel gilt mir all's,
Und wenn ich s' nur erwischen kann,
Fall' ich ihr um den Hals.
Es gibt zwar der Mariandeln viel
Auf dieser weiten Welt,
Doch keine, die so herzig ist,
Und die mir so gefällt.
D' Mariandel ist so zart,
Ja, ich gesteh' es frei,
Bis sie ein halbes Knödel ißt,
Derweil hab' ich schon drei.
Und wenn ich oft recht hungrig bin,
Zerspringt ihr fast das Herz,
Da lauft s' nur g'schwind in d' Kuchel naus
Und kocht mir einen Sterz.

D' Mariandel ist so treu,
D' Mariandel ist so frumm,
Und wenn ich s' nicht bald z'sehen krieg',
So bring' ich mich noch um.
Denn wer nur a Mariandel hat,
Der weiß es so, wie ich;
Nicht wahr? So oft man an sie denkt,
Gibt's einem einen Stich!

Repetition.
D' Mariandel ist gar g'scheit,
D' Mariandel ist nicht dumm,
D' Mariandel meint, in Wien dahier
Wär's beste Publikum!
Drum glaub' ich der Mariandel auch,
Sie hat mich nicht vexiert;
Ich hab' auf ihren Spruch vertraut
Und hab' mich nicht geirrt! (Ab.)

Longimanus (allein). Jetzt haben s' schon Zeit gehabt, daß sie gegangen sind. Nicht einmal sein Schalerl Kaffee kann man mit Ruhe trinken. (Ruft.) Pamphilius!

Sechste Szene.
Pamphilius. Voriger.