Juwelier (kommt bestürzt zurück). Der Schmuck ist fort, ich find ihn nicht.

(Flottwell aus dem Kabinett. Er hat sich Besinnung geholt, und sein Betragen zeigt, daß er seine Heftigkeit bereut und sich ihrer schämt. Er trägt zwei Rollen Gold.)

Flottwell (edel freundlich). Hier haben Sie Ihr Geld, mein Herr!

Juwelier (artig). Herr von Flottwell, ich bedaure sehr—

Flottwell. Bedauern Sie nichts—An mir ist das Bedauern meiner unverzeihlichen Heftigkeit. Mein Blut spielt mir manch tollen Streich. Ich muß zur Ader lassen nächster Tage.

Juwelier. Ein gütig Wort macht alles wieder gut.

Flottwell (drückt ihm gutmütig die Hand). Nicht wahr, Sie nehmen es nicht übel, lieber Freund—und Sie vergessen es—Sie sprechen auch nie mehr davon? Ich wünschte nicht, daß Sie es irgendwo erzählen möchten.

Juwelier. Ich geb mein Ehrenwort—

Flottwell. Ja, ja, ich weiß, ich kann mich ganz auf Sie verlassen.
Auch werd ich Ihre Kunst gewiß sehr bald in Anspruch wieder
nehmen. Gewiß, gewiß, ich werde bald etwas bestellen lassen.
Sehr bald. Und nun Adieu, mein Freund, und keinen Groll.

Juwelier (mit einer tiefen Verbeugung). Wie könnt ich das, ich bin so tief gerührt. (Im Abgehen.) Wenn er doch nur bald wieder etwas machen ließe! (Ab.)