Kreon. Doch nun laßt uns der hohen Göttin danken, die Thron und
Reich gerettet hat.

Alles. Der hehren Göttin Dank!

Lucina. Sei glücklich, mein Kreon, Phalarius ist nicht mehr. (Nimmt
den Myrtenkranz.)
Nimm diese Kron', von liebgepaarten Myrten,
Laß dir die edle Stirne zart umgürten!
Durch sie wird dein Gemüt nie Leid betrüben,
Und stets wird dich dein Volk mit Treue lieben.

Kreon. Verzeih, Lucin', ich darf die Kron' nicht nehmen,
Nimm sie zurück, sie würde mich beschämen.
Es soll auch ohne Zauber mir gelingen,
Die Liebe meines Volkes zu erringen.
Und drückt es Leid in unglücksvollen Tagen,
Ist es des Königs Pflicht, mit ihm zu klagen.

Lucina (zu Ewald, welchen sie Atritien zuführt).
Nimm sie zum Lohn, Atritiens Hand und Herz sei dein,
Benütze klug der Wunderfackel ros'gen Schein,
Du kannst von deinem Glück nichts Höheres erheischen,
Die eine liebt dich wahr, die andre wird dich täuschen.

Simplizius. Wenn's nicht etwa umgekehrt ausfallt.

Lucina. Und nun zu dir, Simplizius.

Simplizius. Jetzt kommt s' auch über mich.

Lucina. Du warst ein willig Werkzeug meiner Macht.
Dich wird der König hier auch nach Verdienst belohnen.

Simplizius. Auf d' Letzt setzen s' mir noch einen Lorbeer auf.