Simplizius. Mir auch, wenn ich so ein paar hundert Ellen Gros de
Napel hätt', ich wollt' Ihnen Ihre Getrennten schon herausstaffiern.
Ewald. Nun hab' ich aufhören müssen. Jetzt ist der ganze Dialog zerrissen.
Simplizius. Ich wollt', es wär' alles z'rrissen, so krieget ich doch ein' Arbeit.
Ewald (aufspringend). Aber lieber Meister, wenn Sie einen Rock zuschneiden, so wünschen Sie doch ungestört zu sein.
Simplizius. Nun, Sie werd'n doch erlauben, daß es ein' andere Aufgab' ist, wenn ich einen Rock zuschneid', als wenn Sie da eine halbe Stund' nachdenken, und hernach fallt Ihnen erst nix ein. Wenn Sie einen Vers um ein paar Ellen zu lang machen, so streichen Sie s' halt weg, aber wenn ich einen Ärmel um eine halbe Ellen zu kurz mach', (er streift seinen Rockärmel hinauf) was g'schieht denn hernach?
Ewald (stampft mit dem Fuße). Zum letzten Male rat' ich es Ihnen, mich ungestört zu lassen, oder Sie werden mich wütend machen.
Simplizius (verschroben). Nu, nu, nur nicht so heftig, meine schwachen Nerven bitt' ich zu verschonen. Überhaupt zwingen mich verhältnislose Umstände, mit Ihnen tragisch zu reden. Ich kann zwar nichts gegen Sie sagen, Sie sind ein ordentlicher Mann, Sie bleiben mir meinen Zins schuldig, wie es sich g'hört. Aber Sie sind ein Dichter, der sehr schöne Ideen hat, warum kommt Ihnen denn nicht auch die Idee, mich zu bezahlen?
Ewald. Sie sollen Ihr Geld erhalten.
Simplizius. Ja wann? ich werd' heut noch eing'sperrt.
Ewald. Warum?