Arete. Du möchtest gern scheinen, was du nicht bist, und bist doch so sehr, was du auch scheinst.
Simplizius. Hat's schon erraten, es ist unglaubbar. Sag' mir, Mädel,
hättest du wohl den Mut, mich zu entführen?
Arete. Dich?
Simplizius. Oder umgekehrt.
Arete. Das heißt, ich soll mit dir mein Vaterland verlassen? Ich verstehe dich wohl.
Simplizius. Hat mich schon wieder verstanden.
Arete. Damit du mich aber auch verstehst, so will ich dir sagen, wofür ich dich halte; Du bist ein unverschämter, erbärmlicher Mensch, der es wagt, seine vor Todesfurcht bebenden Lippen zu einer Liebeserklärung zu öffnen und einem edlen Mädchen von Massana seine krüppelhafte Gestalt anzutragen. Entferne dich, mit dir zu reden ist Verbrechen an der Zeit, und wenn du künftig wieder ein Mädchenherz erobern willst, so stähle das deinige erst mit Mut; mutige Männer werden geliebt, mutlose verachtet man.
Simplizius. Da g'hört ein Stoiker dazu, um das zu ertragen. Lebe wohl, du wirst zu spät erfahren, wen du beleidigt hast. Ha, jetzt kann Massana fallen, ich heb's g'wiß nicht auf.
Arete. Halt, weile noch, erkläre dich, damit ich erfahre, wessen
Antrag mich entwürdigt hat.
Duett.