Einundzwanzigste Szene.
(Vorhalle in Aloes Wohnung.)
(In der Mitte des Hintergrundes stützt ein breiter praktikabler Pfeiler das Gewölbe, sodaß sich dadurch zwei Öffnungen bilden, wovon der Eingang zur Rechten durch eine drei Schuh hohe Balustrade, welche von der Kulisse bis zum Mittelpfeiler reicht, geschlossen ist. In diese Halle, welche im Dunkel gemalt ist, führt eine Seitentür nach Atritiens Zimmer. Die Halle links ist licht, weil sich auf dieser Seite ein Fenster befindet.)
Aloe tritt ein.
Aloe (aus Atritiens Gemach kommend und in dasselbe zurückrufend). Bleib du im Gemache nur (verschließt die Tür), er darf dich nicht früher sprechen, bis ich mit meinen Reizen erst in Ordnung bin. Vielleicht verliebt er sich dann wie Pygmalion in sein eignes Werk und gibt dir einen Korb. Hier ist er schon, der holde Mann!
Zweiundzwanzigste Szene.
Vorige. Ewald.
Ewald. Nun, hier bin ich, schnell zum Werk. (Gebieterisch.)
Bereitet Euch, um schön zu werden.
Aloe (pathetisch). Wer wäre dazu nicht bereitet, Erwartung spannt jede Faser, und Ungeduld zersprengt mir noch das Herz.
Ewald. Kniet Euch nieder, fleht die Götter an.
Aloe (kniet). Götter, die ihr tausend Himmel ausgeschmückt mit Schönheit habt, öffnet eure Vorratskammern und das Füllhorn ew'ger Jugend gießet auf mein Haupt herab! Alles will ich gern erdulden; Werft mich in des Ätna Krater, speit er mich nur schön heraus; laßt mich tief im Meere verschmachten, bis ich mich in Schaum auflöse und als Venus neu ersteh'; schenkt mir Millionen Muscheln, wo nur eine birgt die Schönheit, und ich will sie alle öffnen, bis ich auf die rechte komme. Götter, laßt euch doch erbitten; denn ich stehe nicht mehr auf. (Breitet die Hände aus.)
Ewald. Steht wieder auf, jetzt seid Ihr schön.