Aloe (steht schnell auf). Wollt Ihr mich zur Närrin machen, ich seh' ja nicht die mindeste Veränderung an mir.
Ewald. Weil es hier zu dunkel ist, laßt mich erst die Leuchte schwingen. (Er schwingt die Leuchte und stellt sie in einen Ring des Pfeilers, doch so, daß die Halle links beleuchtet wird, die andere dunkel bleibt. Augenblicklich verwandelt sich Aloe in ein junges reizendes, rosig gekleidetes griechisches Mädchen, mit weißen Rosen geziert.) Nun beseht Euch in dem Spiegel. (Er hält ihr einen Handspiegel vor, der auf einem Tischchen liegt.)
Aloe. Nein, unmöglich, Venus blickt aus diesem Glase. Schwört mir, daß ich's selber bin.
Ewald. Ja, Ihr seid's, mein Haupt dafür.
Aloe (plötzlich stolz). Nun, ihr Weiber, die die Welt, blind genug, für schön erklärt, wagt es, euch mit mir zu messen, Bettlerinnen seid ihr alle. Ha, so groß ist meine Freude, daß ich dich umarmen muß. (Küßt ihn.)
Ewald. Sie gefällt mir selbst beinah, doch mich kann sie nicht verführen, denn will ich meine Liebe dämpfen, so lösch' ich nur die Fackel aus.
Aloe (für sich). Ha, er scheint sich zu verlieben; doch er ist mir jetzt zu wenig; nun muß ein König kommen, wenn ich meine Hand verschenke.
Ewald. Bald straft sich dein Übermut. (Gezogen.) Hört mich, schöne
Aloe.
Aloe (entzückt). Was verlangst du, holder Mann?
Ewald. Haltet nun auch Euer Wort, weil ich meines hab' erfüllt.
Laßt Atritien mich sprechen. Ruft sie mir.