Aloe. Wartet nur, ich hab' sie fest verschlossen. Na, die wird vor Galle bersten, wenn sie meine Schönheit sieht. (Sie geht durch die lichte Öffnung des Bogens. Wie sie hinter den Pfeiler tritt, bleibt sie stehen und eine andere von gleicher Größe, gekleidet wie Aloe als Alte war, geht ohne Pause statt ihr zur Seitentür in der dunkeln Halle, schließt sie auf und geht hinein. Wie sie die Tür ausschließt, spricht:)

Ewald (lachend). Ha, ha, nun ist sie wieder alt, weil sie die
Fackel nicht bescheint.

Aloe (stürzt aus dem Gemache, wie sie zu dem Pfeiler kommt, wechseln die Gestalten). Wie geht das zu, daß mich Atritia nicht bewundert?

Ewald (für sich). Das glaub' ich gern. (Laut.) Ihr irrt Euch ja.
(Ruft.) Atritia, komm heraus!

Atritia (aus dem Gemach, eilt auf Ewald zu, ohne Aloe zu achten). Ich komme. Es ist seine Stimme, sag' Fremdling, ist es wahr, soll ich dein Weibchen werden?

Ewald. So ist's, doch sieh dich um.

Atritia. Ah, Himmel, was erblick' ich. Das ist die Göttin Venus selbst. (Fällt auf die Knie.) Nein, solche Schönheit hab' ich noch nie gesehen.

Aloe (triumphierend). O Labsal, Honig für den Stolz. Da kniet sie jetzt, die mich so oft verlacht.

Atritia (hält die Hände zusammen). Große Göttin, steh uns bei.

Ewald. Steh auf, es ist nur deine Muhme.