Zwölfte Szene.
Gluthahn (schleicht herein). Geh in den Abgrund, Volk. Ob denn ein guter Mensch, wie ich bin, ein Glück hat? Erwischen die das Weib mit ihrer diamantenen Tränenfabrik! Gluthahn, da kannst du dein Geld hereinbringen. Ich bin ein guter Mensch, aber das Weib lass' ich nicht aus, die muß mir alle Säck' voll weinen. Hab' schon meinen Plan ausgedacht indessen,—im Haus kann ich sie nicht versperren hier; sechs Stunden weit in Alpenmarkt drin, da kenn' ich einen Herrn aus der Stadt, er hat ein Landhaus in Alpenmarkt drin und war in meiner Hütten öfter über Nacht, wenn er auf die Alm hinauf ist—das ist ein vermöglicher Mann, er handelt mit guten Steinen und reist herum damit. Er kauft Holz von mir; da führ' ich s' hin und lass' sie etwas weinen, daß er s' untersucht, ob s' wirklich Diamanten weint, ob s' nicht etwa böhmische Steine weint oder so Zeugs. Und wenn s' was wert ist, so machen wir einen kleinen Überschlag, und ich verkauf' ihm das ganze Weib wegen ihren Tränen um ein Pauschquantum. So ist das arme Weib versorgt, kommt auf Reisen und hat das schönste Leben. Ich kann mir halt nicht helfen, ich find', daß ich ein edler Kerl bin, ich mag schon tun, was ich will. Wenn ich s' nur herauslocken könnt', ich wirf sie auf meinen Leiterwagen und fahr' mit ihr davon, als wenn ich sie gestohlen hatt'. Da kommt mein Weib.
Dreizehnte Szene.
Gluthahn. Trautel.
Trautel (stellt den Krug Wein auf den Tisch). Da bin ich, lieber
Mann.
Gluthahn (roh). Nu, bist du schon g'sund?
Trautel. Warum nicht gar. Ach, lieber Mann, mit mir ist's aus, der Bader sagt, mich bringt er nimmer auf.
Gluthahn. Der Bader ist ein Narr, was braucht er dir's zu sagen, das hab' ich eh' schon g'wußt.
Trautel. Ich unglückselig Weib—ich bitt' dich, Mann, was soll ich denn jetzt tun, damit mir besser wird?
Gluthahn. Spann' die Pferde vor den Wagen, das stärkt dich, ich fahr' aus.
Trautel. Das ist ein schöner Trost! Ich kann ja nicht, ich bin z' schwach.