Alzinde. Ich traue deinen Worten nicht. Eh' glaub' ich, daß der Hai des Meeres Schutzherr wird, der Falke um die Taube freit, Hyänen um ein Menschenleben weinen, der Wolf aus Gram vergeht, weil er ein Lamm getötet hat, eh' ich das glaub'; daß du mich trösten willst.

Gluthahn (beiseite). Sie beißt nicht an, ich werd' ihr etwas Süßes an die Angel hängen. (Laut.) Sei nicht so mißtrauisch, du hast ja selbst ein gutmütigs G'sicht, du mußt einmal besonders schön g'wesen sein, man sieht dir's noch ein wenig an, du hast noch recht verliebte Augenbraunen. Geh, komm herüber, liebe Alte, mein Weib hat eine schöne Hauben, die wird dir prächtig stehn.

Alzinde. Bemüh' dich nicht, du zwingst mir kein Vertrauen ab.

Gluthahn. Das muß kein Weibsbild sein, weil sie das nicht rührt. Jetzt werden wir's auf andre Art probieren. (Heuchlerisch laut.) Du tust ein frommes Werk, wenn du durch mich dir etwas Guts erweisen laßst, es ist ja deine Pflicht, ich kann nicht ruhig schlafen sonst; ich mach' mir Vorwürf' in meinem Innern, daß ich dich so behandelt hab'. (Hält die Hände zusammen.) Ich bitte dich, geh doch heraus, tu mich nicht so kränken, ich bin ja ein kranker Mann, ein alter, der nicht mehr lange leben wird.

Alzinde. Verlaß die Hütte, du betrügst mich nicht.

(Schließt das Fenster.)

Gluthahn (erzürnt). Der Satan hat das Weib im Sold!

Fünfzehnte Szene.
Gluthahn, Trautel, dann Alzinde.

Trautel. Eing'spannt ist's, jetzt fahr zur Höll'!

Gluthahn. Was hab' ich in dein' Geburtsort z'tun? Nach dem Garten geh und Äpfel brock'. (Trautel geht ins Haus ab.) Heraus muß sie, und wenn ich's Haus zerschlagen sollt'. (Klopft heftig an.) Alte, g'schwind machst auf, es schickt der Hans, er hat ein Arbeitszeug vergessen. (Der Hund knäuft von innen.) Sie macht nicht auf. (Pocht stärker.) Ob du aufmachst, frag' ich, oder nicht, ich schlag' euch alle Fenster ein, ihr schlechtes G'sind'. (Er schlägt das Fenster ein, man hört den Hund bellen.) Den Hund erschlag' ich; bist still, du Höllenvieh! (Wirft einen Stein hinein.)