„Wie vorausgesehen. Wenn ich nicht irre, sind die Poiga in Böhmen — in der Nähe Prags begütert. Er will uns sofort einen Besuch machen.“
„Uns? Muß ich dabei sein?“
„Gewiß. Man müßte sonst eine Ausrede ersinnen. Und wozu — da du ihn doch einmal wirst kennen lernen müssen.“
„Es ist wahr“, erwiderte sie gefaßt. „Wir sind eigentlich recht töricht. Ich habe inzwischen darüber nachgedacht und gefunden, daß wir allzuviel Gewicht auf diese Einquartierung legen.“
„Du hast recht,“ erwiderte er mit zustimmendem Lächeln, „wir benehmen uns, als hätten wir niemals im Leben mit Menschen verkehrt.“
Sie begaben sich in den Salon. Auf einem Tische lagen Zeitungen und Briefe, die mit der Post gekommen waren. Auch ein Brief an Klothilde fand sich vor, bei dessen Anblick sie ausrief: „Von Tante Lotti!“
Sie setzte sich und begann das ziemlich umfangreiche Schreiben zu lesen, während der Freiherr die Zeitungen durchblätterte.
Jetzt rief sie: „Wie schade! Lotti schreibt mir, daß sie vor halbem August nicht bei uns eintreffen kann; es sind wichtige Angelegenheiten, die sie bis dahin in Wien zurückhalten. Und gerade jetzt wäre sie uns von großem Nutzen!“
„Allerdings“, erwiderte der Freiherr. „Sie ist eine praktische Frau, die nicht viele Umstände macht.“
So ging die Zeit hin, und die Turmuhr holte gerade aus, die zwölfte Stunde zu schlagen, als vom Korridor herein Tritte und Sporengeklirr vernehmbar wurden.