Endlich öffnete sich die Tür, durch deren Spalt sofort ein gelber, affenartiger Pintscher laut aufbellend dem Freiherrn entgegenschoß; auf einen drohenden Ruf seines Herrn kroch er unter das Sofa, wo er leise nachknurrte.
„Ich muß sehr um Entschuldigung bitten, Exzellenz,“ sagte der Graf, indem er den erst halb eingeknöpften Uniformrock vollends schloß, „ich muß sehr um Entschuldigung bitten, daß ich Sie so lange habe warten lassen, aber ich war auf Ihren Besuch durchaus nicht vorbereitet — —.“ Seine Bewegungen waren hastig, unsicher und ließen Verlegenheit erkennen.
„Vielmehr muß ich Sie, Herr Graf, um Verzeihung bitten, daß ich zu so wenig geeigneter Stunde bei Ihnen erschienen bin —.“
„O, das hat gar nichts zu sagen“, unterbrach ihn der andere, während sich nun beide setzten. „Wir machen jetzt größere Übungen, die einigermaßen ermüdend sind — und da habe ich eine Stunde geschlafen —.“
„Nun, es war immerhin eine Störung — aber ich habe Ihnen eine dringende Mitteilung zu machen.“
„Eine dringende Mitteilung? Welcher Art, wenn ich fragen darf?“
„Dürfte ich mir vielleicht erlauben, jenes Fenster zu schließen?“ sagte der Freiherr nach einer kurzen Pause, indem er Miene machte, sich zu erheben.
„O, sehr gern!“ rief der Graf und sprang zuvorkommend auf. „Exzellenz fürchten wahrscheinlich die Zugluft?“
„Nein. Ich fürchte nur, daß meine Mitteilung Erörterungen nach sich ziehen könnte, welche besser im Hofe nicht gehört werden.“
Der Graf zuckte zusammen. Er konnte kaum mehr im Zweifel sein, um was es sich handeln würde; jetzt aber hatte er auch sofort die vollständigste Fassung gewonnen. „Exzellenz treffen sehr seltsame Vorkehrungen“, sagte er kurz.