„Das ist infam!“ kreischte er jetzt. „Sie benehmen sich samt und sonders wie Buben!“
Nun folgte eine unbeschreibliche Szene. Die Kavalleristen waren aufgesprungen, um sich auf Burda zu stürzen, der an seinen Säbel griff. Schorff langte mit verkehrter Hand nach einer Champagnerflasche, die im Eiskübel steckte — die ärgsten Tätlichkeiten, ein blutiges Gemetzel standen bevor.
Aber in diesem Augenblicke hatte ich auch die nötige Geistesgegenwart gefunden und trat dazwischen. „Meine Herren,“ rief ich, „ich bitte zu bedenken, wo wir uns befinden! Man wird bereits aufmerksam.“
Es war so. Ein Kellner, der eben hatte eintreten wollen, war mit offenem Munde in der Tür stehengeblieben. Hinter ihm erschien ein zweiter, ein dritter; auch vor den offenen Fenstern des ebenerdig gelegenen Saales hatten sich auf der Straße einige Neugierige angesammelt, um nach der Ursache des Lärmes zu forschen.
Das wirkte. Die Kavalleristen nahmen, wenn auch unwillig, ihre Plätze wieder ein.
„Jeder von uns weiß nunmehr, was zu geschehen hat,“ fuhr ich fort und legte eine Karte auf den Tisch. Burda, vor Aufregung am ganzen Leibe zitternd, tat desgleichen; hierauf ließen wir uns in einer entfernten Ecke des Saales nieder und befahlen unser Diner.
Drüben war finsteres Schweigen eingetreten, nur Schorff wollte sich noch immer nicht zufrieden geben und konnte in seinen wiederholten halblauten Wutausbrüchen nur mit Mühe beschwichtigt werden. Endlich erhob man sich und ging, ohne uns anzusehen.
„Das ist eine schöne Bescherung“, sagte ich nach einer Pause.
„Fürchtest du dich vielleicht?“ entgegnete Burda in scharfem Tone. Er war bereits vollkommen ruhig geworden, und eine eigentümliche Befriedigung leuchtete aus seinen grauen Augen.
„Ich fürchte für dich“, sagte ich ernst. „Du wirst dich nun mehrere Male hintereinander zu schlagen haben.“