Ich fühlte mich während dieser Unterredung um so befangener, als ich mir bewußt war, bei der ersten Frage meines Vorgesetzten errötet zu sein. Aber er hatte recht: der Sache mußte ein Ende gemacht werden. Ich nahm mir also vor, das Mädchen bei der ersten Wiederbegegnung scharf anzulassen.
Am nächsten Morgen war trübes, regnerisches Wetter eingefallen, und ich dachte daher, daß sie sich heute wohl nicht zeigen würde; aber es dauerte nicht lange, so sah ich sie im nassen Gestrüpp einer abgeholzten Lehne auftauchen.
‚He! du!‘ rief ich sie an.
Sie stand still und blickte mir, unter dem triefenden Kopftuche über und über erglühend, entgegen.
‚Was streichst du denn da im Wald herum?‘ fuhr ich barsch fort, indem ich auf sie zutrat.
Sie schien eine andere Sprache erwartet zu haben, denn ihr Gesicht verfinsterte sich und ihre Augen nahmen einen bösen Ausdruck an. ‚Nun,‘ fragte sie mit rauher Stimme, ‚darf ich’s vielleicht nicht?‘
‚Nein!‘
‚Warum nicht? In den Wald kann jeder gehen.‘
‚Meinst du? Im Revier darf sich niemand aufhalten — und du am wenigsten.‘
‚Wer wird mich hindern?‘