Sie wandte sich um; als sie ihn in der Verandentür stehen sah, ging sie bis zu deren Stufen. »Warum schlafen Sie nicht, Herr von Hagendorf?« Ein leiser Vorwurf klang aus ihrer Stimme.

»Ich kann nicht.«

»Und warum nicht? Haben Sie Schmerzen?«

»Ja, die Hand tut mir doch recht weh.« Ein verstecktes Lächeln lag da in seinen Mundwinkeln; aber er hatte erreicht, was er gewünscht: Beate kam herauf und untersuchte den Verband seiner Hand.

»Ich begreife aber nicht, Herr von Hagendorf, es ist doch alles in Ordnung, nun, und die Schmerzen sind doch für einen Soldaten zu ertragen!« Sie schüttelte leicht den Kopf.

Er seufzte. »Ja, wenn man so allein sitzt, Fräulein Doktor, da bildet man sich mancherlei ein — ich bin ein komischer Kauz — ich mag nicht gern allein sein.«

»Ah, Adolf schläft wohl? Ich glaubte, er würde Ihnen Gesellschaft leisten.«

»Nein, so weit geht seine Freundschaft doch nicht, die geliebte Mittagsruhe zu opfern, und wie ich ihn kenne, pflegt er sie so lange wie möglich auszudehnen, aber Sie, Fräulein Beate, haben Sie denn nicht geruht?«

»Nein, ich habe etwas gelesen und wollte nun hier im Garten den schönen Tag genießen! Sicher sind uns in diesem Jahre nicht mehr viele so schöne Tage beschieden.«

»Da hab’ ich Sie nun in Ihrem Vorhaben gestört — ah, und die schönen Rosen, köstlich.«