»Und im Grunde auch immer noch schneller als du,« lachte sie fröhlich.

»Und wie du wieder aussiehst, zum Küssen!« Er trat auf sie zu und wollte sie an sich ziehen.

Doch sie wehrte ihm: »Du zerdrückst mir ja meine Robe.«

»Das tut nichts — dann bekommst du eine andere!«

»Du bist ja riesig freigebig; die Rechnung für diese hab’ ich ja noch nicht mal.«

»Einer — seiner schönen Frau gegenüber muß man stets galant sein!« Dann faßte er ihre Hand. »Sag, mir eigentlich, Schatz, wo du doch so riesig gescheit bist, viel, viel mehr als ich, bist du noch immer mit mir Durchschnittsmenschen zufrieden? Manchmal hab ich eine Heidenangst, wenn man dich so herausstreicht, du könntest mir eines Tages davongehen.«

So scherzhaft er sprach, es klang doch ein leiser Unterton der Sorge heraus, den sie gar wohl verstand. »Bist du mir noch gut, Bea?« Ein lichtes Rot trat in ihr Gesicht; warm ruhten ihre Augen auf dem Gatten, und sie schmiegte sich innig an ihn.

»Ja, Rolf, ich bin dir gut!« sagte sie leise, und dankbar küßte er ihre Hand.

Beate sprach die Wahrheit. Sie liebte ihren Gatten herzlich, wenn es auch nicht jenes Gefühl war, das sie einst für Georg Scharfenberg gehegt. Sein stetes Werben um sie hatte sie gerührt, und jetzt, wo sie seit kurzem die Gewißheit hatte, daß ihr das süßeste Glück erblühen würde, war sie nicht mehr so unglücklich über das böse Verhängnis, das sie in Rolfs Arme getrieben. Sie zwang sich, nicht mehr über vergangene Dinge nachzudenken; unnützes Grübeln hatte keinen Zweck — fortan lebte sie nur dem Kommenden, und das verlieh ihr eine gewisse Freudigkeit und schöne Sicherheit.