»Ja,« entgegnete sie unbefangen, »ich bin gern mit Frau Berthold zusammen, bei ihr ist alles so harmonisch, und mit ihr kann man sich wenigstens auch mal über etwas anderes unterhalten als mit den meisten anderen Damen.«

»Nun ja, Schatz, du schraubst deine Ansprüche gar zu hoch — die kleine Malten beklagte sich fast bei mir, daß du ihr gegenüber zu zurückhaltend bist.«

»Ich mag sie nicht, Rolf, und kann mich auch nicht verstellen.«

»Ja, aber warum nicht? Sie ist doch sehr liebenswürdig.«

»Das bestreite ich gar nicht; ihre Liebenswürdigkeit ist aber nicht echt; außerdem ist sie mir wirklich zu oberflächlich.«

»So gründlich gebildet wie du kann allerdings nicht jede sein und den Doktortitel haben, Gott sei Dank, möchte man da beinahe sagen! Und da sich die anderen dir unmöglich anpassen können, dürftest du ihnen wohl gern ein wenig entgegenkommen.«

»Das tue ich genügend, Rolf, wie du ganz gut weißt! Aber gerade Frau von Malten ist mir direkt unsympathisch. Sie ist auch nicht aufrichtig, und wenn ich dieses Gefühl von jemand habe, kann ich nicht herzlich sein. Übrigens ist mir ihr Horizont zu beschränkt; über Toiletten und Flirt geht er nicht.«

»Freilich, einen so guten Lehrer wie du in Doktor Scharfenberg hat sie nicht gehabt,« entgegnete er mit leisem Spott.

Verletzt zog sie ihren Arm aus dem seinen. »Ah, willst du da hinaus? Dann konntest du dir die Vorrede sparen.«

»Du warst ja so sehr in die Unterhaltung mit ihm vertieft, daß es allgemein auffiel.«