»Was fällt dir ein, an meinen Worten zu zweifeln?« rief er heftig, »wenn ich dir sage, daß ich bis jetzt mit den Kameraden im Kasino war, so muß dir das genügen! Im übrigen habe ich nicht nötig, dir über mein Tun und Treiben Rechenschaft abzulegen. Fange nur so an, dann ist es recht.«

»Das verlange ich gar nicht. Sage dann aber lieber nichts, als daß du mich belügst. Denn ich weiß, daß du nicht im Kasino warst, sondern im Promenadencafe mit Frau von Malten und ihrer Schwester.«

Er biß sich auf die Lippen und zerrte nervös an seinem Schnurrbart. »Ah, du hast mir nachspioniert?« lachte er gezwungen auf, »weshalb fragst du erst, wenn du es doch schon weißt? Das ist ja niedlich, daß man wie ein Schuljunge auf Schritt und Tritt bewacht wird. Du bist wohl gar eifersüchtig, meine Teure?«

Da richtete sie sich zu ihrer vollen Größe auf und ein stolzer Blick flammte über ihn hin. — »Nein! Und auf eine Viola Düsing am allerwenigsten,« sagte sie kalt.

»Du scheinst sehr hoch von dir zu denken, daß du einen Vergleich mit ihr wagen willst,« entgegnete er hohnvoll.

»Oder vielleicht auch von meinem Gatten, daß er sich nicht zum Gegenstand ihrer berechnenden Koketterie machen läßt.«

Klar und groß ruhten ihre Augen auf ihm; er konnte deren Blick nicht erwidern, sondern starrte ingrimmig vor sich hin. Sie legte die Hand auf seine Schulter. »Rolf, ich bitte dich um deinetwillen, ziehe dich von Maltens zurück, ehe du dich zum Gespött machst.«

Beate hatte sich aber doch in ihren Worten vergriffen. Er schleuderte ihre Hand zurück. — »Was fällt dir ein?« rief er heftig in tief verletzter Eitelkeit. »Willst du mich schulmeistern? Ich sage dir, damit hast du kein Glück! Wissen möchte ich aber doch, wer dich auf einmal so gut unterrichtet hat!«

»Dein auffallend intimer Verkehr mit Maltens, trotz meiner Abneigung, hat mir stets zu denken gegeben. Und daß du dich hinter Unwahrheiten verschanzest, gibt mir die Gewißheit, daß dein Gewissen nicht rein ist! — Weshalb gestandest du mir nicht zu, daß du im Promenadencafe warst, überhaupt Absicht hattest, dahin zu gehen? Dann wäre mir das peinliche Bewußtsein erspart geblieben, bei Martina dein Fernbleiben mit einer Unwahrheit zu entschuldigen.«

»Ah, und dort hast du auch erfahren —«