»Heute morgen. Ich bin die Nacht durchgefahren, um einen Tag zu sparen. Übrigens viele Grüße von Mutterchen. Sie ist sehr glücklich, daß ich es so gut mit meiner Stellung getroffen habe. Assistenzarzt bei Professor Brause wird so leicht nicht jeder — aber der Herr hält große Stücke auf mich ...«

»Noch eine Tasse Kaffee gefällig, Schorschchen?«

»Ja, bitte, Bea, wenn es dir keine Mühe macht —« und dann mit bewunderndem Blick: »Wie du dich verändert hast in den zwei Jahren, die wir uns nicht gesehen haben.«

»Wundert dich das so, Schorsch? Aus Kindern werden Leute.«

»Und aus Mädchen Bräute,« scherzte Herr Haßler.

Ein jähes Erschrecken zuckte über Georgs Gesicht. »Bräute? Wie soll ich das verstehen? Bist du verlobt, Beate, und —«

»Aber nein, Schorschchen, ich denk’ ja nicht daran — Papa spaßt nur.«

»Nun, zu verwundern wäre es gerade nicht. Du bist doch in dem Alter.«

»Kaum die Schule verlassen und schon Braut — nein, so eilig hab ichs doch nicht.«

»Na, lieber wäre es mir schon, als daß sie ihre verrückte Idee verwirklicht und studiert,« brummte der Rechtsanwalt.