»Was, Bea, du willst studieren? Ist das denn wirklich wahr?«
Ein so großem Staunen klang aus seinen Worten, daß sie etwas pikiert fragte: »Und warum sollte ich nicht? Traust du mir die Fähigkeit nicht zu?«
Sie lachte: »Da staunst du, wie? Sogar vergißt du, deinen Kaffee auszutrinken.«
»Ja, ja, Schorschel,« nahm der alte Rechtsanwalt das Wort, »kämpfe du gegen diesen Dickkopf an! Sie pocht auf ihr glänzend bestandenes Abiturium und will durchaus auf die Universität! Wer weiß, wer ihr all’ das dumme Zeug in den Kopf gesetzt hat — studieren! Als ob es nichts anderes zu tun gäbe!«
»Aber, Bea, das ist ja verrückt, glatt verrückt!« fuhr es dem jungen Arzt heraus.
»Hab ich auch schon gesagt, ganz dasselbe,« meinte Papa Haßler vergnügt, einen Beistand gefunden zu haben.
»Du bist ja sehr höflich, mein Freund, das muß ich sagen,« entgegnete das Mädchen ruhig, »doch läßt es mich sehr kalt, wie du mein Vorhaben beurteilst. Ja, ich will studieren, und zwar Medizin!«
»Auch das noch!«
»Du fürchtest wohl die Konkurrenz, Georg? — Vorläufig hast du das nicht nötig,« lächelte sie ein wenig spöttisch. »Du bist mir ja so viele Semester voraus.«