»Nun also – erklären Sie sich. Wollen Sie antworten oder nicht?«
Wieder ein stummes Kopfschütteln, diesmal energisch, ja heftig.
»Ja, wissen Sie, für Launen bin ich nicht zu haben,« sagte Herr Brandt selbstbewußt; »ich will Ihnen Zeit zum Nachdenken geben.« Er legte seine Taschenuhr auf den Tisch. »Wenn Sie mir innerhalb einer Minute nicht sagen, was los ist, gehe ich zu Ihrer Frau Mutter und beschwere mich – ja!«
Eine Reihe von blitzschnellen Augenblicken jagte stürmisch vorüber. Sibylle fühlte ihre Pulse pochen.
Herr Brandt bemühte sich gewaltsam, sie nicht anzusehen, und blickte mit gekränkter Würde zum Fenster hinaus.
Mit einem Male sah sie von ihrem Schoß auf und sprach langsam: »Ich werde Ihnen nie mehr antworten, Herr Brandt. Bitte … nehmen Sie Ihren Abschied von sich aus.«
Er fuhr zusammen, kalt überlaufen, und starrte seine junge Schülerin an.
Da saß sie, weiß, großäugig und fein – einen stahlharten Zug um den Mund.
»Wa–was soll denn das heißen …? Sind Sie – Sind Sie …?« Er brach ab.