Ihr Kopf fiel hintenüber, mit einem schwachen Seufzer sank sie bewußtlos zusammen.
Entsetzt nahm er sie in seine Arme, hob sie auf und trug sie zärtlich an den Bach. Hier bettete er sie in dem Schatten einer Birke, kühlte ihre Schläfen und murmelte angstvolle, sinnlose, heiße Worte.
Endlich schlug sie die Augen wieder auf und sah in sein verstörtes Gesicht.
»Ach, es ist nichts,« sagte sie tonlos, »nur eine Schwäche. Ich habe das manchmal. Hast du dich erschreckt, Arno?«
Er nickte gepreßt. Und er schwur sich, diese zarte Mädchenblume nie durch leidenschaftliche Äußerungen aus dem kristallklaren Zustande, der ihrer Seele gemäß war, zu scheuchen. Er würde an sich halten, hüten würde er sich. Vor Bewegung unfähig zu sprechen, nickte er wieder und beugte sich über die hingestreckte Gestalt.
»Wie kannst du nur so ängstlich sein, du großer, lieber Junge?« versuchte sie zu scherzen und strich ihm zaghaft mit zwei Fingern über die Stirn. »Sieh mal, wie groß und braungebrannt du bist! Schön bist du geworden, Arno, schon als Knabe warst du immer schön … weißt du noch, wie du nicht Puppenkönig werden wolltest? Von dem Tage an spielte ich nie mehr mit meinen Puppen.«
Ihm traten die Tränen in die Augen. »Warum denn?«
»Weil ich sie verraten hatte!« sagte sie ernsthaft. »Jedenfalls faßte ich das damals so auf, und im Grunde hatte ich recht, denn wenn mein Gelöbnis auch nur auf einem eingebildeten Grunde beruhte, ein Gelöbnis war es immerhin, und das soll man halten.«