Sie rang nach Atem, ihre Finger zitterten auf seinen geschlossenen Lidern, sie waren eiskalt, obwohl die heiße Junisonne brannte.
»Ich darf dich weder deinen Kindern nehmen, noch will ich dich deiner Frau stehlen,« fuhr sie tonlos fort, »du sollst mir nie schreiben, Arno, weder Briefe noch Karten.«
Er zog ihre Hände an seine Lippen und küßte sie voll unendlichen Schmerzes, voll unendlichen Mitleidens.
»Versprich mir das, mein Liebling –«
Er beugte das Haupt und gelobte.
»Ich … habe nie einen Menschen geliebt wie dich und werde nie einen Menschen lieben wie dich …«
Jetzt sah er auf. Sie war geisterhaft bleich, um ihre Lippen zuckte ein herzzerreißendes Lächeln.
Mit letzter Kraft hauchte sie: »Küß mich noch einmal.«
Sie umfingen sich, sie wußten: das war Abschied auf Leben und Tod. Die schneeweißen Berge schwiegen, die Bäume horchten und staunten, die ganze wundergroße Natur schien sich in Andacht zu beugen vor Menschenleib und Menschengröße.