Pietro Ferrari war der Ihre. Er war viele Jahre außer Landes gewesen. Er war in der Fremde geworden – was kümmerte das sie? Ob seine engere Heimat Genua gewesen oder Florenz – danach fragten sie nicht. Genug, er war Italiener.

Nun aber trat ein Genuese an den Stein heran und betrachtete das Bildnis lange.

»Per bacco!« sagte er, »das ist ja die schöne Signorina Maria Torresino, wie sie leibt und lebt! Die soll ja nächstens Hochzeit machen mit dem reichen Seidenfabrikanten Andrea Parrini aus Bergamo.«

Er warf ein blankes Zwanzigcentesimistück auf den Stein.

Pietro zuckte zusammen, aber er würdigte ihn keiner Antwort.

»Der, der den Pietro zum Reden bringt, wenn er nicht will, der muß noch erst geboren werden!« höhnte ein brauner, schmucker Bursche in Hemdsärmeln. »Das ist ein Schweiger aus eigenen Gnaden und ein Künstler dazu! Jeder Mann hat eben sein Vergnügen!«

Zu aller Erstaunen wendete Pietro sich um.

»Wo soll die Hochzeit sein und wann?« fragte er kurz.

Die Frage kam so unerwartet, daß alle ihn verblüfft anstarrten.