»Nun freilich. Aber einen Maler Pietro Ferrari hat's damals hier nicht gegeben.«

»Wenn Euch die Sache keine Ruhe läßt, so geht doch selber zu ihm hin und fragt ihn.«

So schwirrten die Reden und Gegenreden durcheinander. Pietro war schon längst in seiner Stube und starrte trübsinnig vor sich hin. Was gingen ihn all die schwatzenden Leute an? Er sehnte sich nach seinem Stein und dem verlorenen Bildnis seiner Annunziata.

Maria Torresino – das also war ihre Tochter.

Er mußte sie sehen. Er mußte.

In aller Frühe, noch ehe der glühende Sonnenball über das Vorgebirge Portofino hervorschaute, wanderte er am nächsten Morgen nach Genua.

Zwecklos trieb er sich in den lärmenden Straßen umher. Aber am folgenden Tage fand er sich im Lorenzodome ein.

Er sah sie wieder. Seine Annunziata, verjüngt, verklärt in dem Bilde der wunderschönen, lieblichen Braut Maria Torresino.

Seine Annunziata aber erkannte er nicht wieder. Eine dicke, gemächliche Frau, laut und aufdringlich in Stimme, Kleidung und Bewegungen. Und er sah Maria Torresino als Maria Parrini über die breiten marmornen Kirchenfliesen zurückgehen – nein, Annunziata, noch immer seine Annunziata …