Und alles, was vom Künstler und vom einsamen, um sein Glück betrogenen Menschen in ihm war, schrie auf und heftete sich in einem langen, verzehrenden, glühenden Blick an ihre Züge.

Sie hatte er gemalt. So ähnlich war sie ihrer Mutter. Sie war die Sehnsucht seines Lebens gewesen! Zurück – zurück zu seinem Stein!

Dort mußte sie wieder auferstehen …

Ärmer denn je, verlassener denn zuvor – nur sein Stein, sein Stein, der stumme Gefährte all seiner verschwiegenen Bitternisse, der Wissende, der einzige Freund – zu ihm zurück!

Er lief mehr als er ging, die Landstraße entlang. Brütende Mittagglut über dem blauen, schillernden Meer. Rasselnde Fuhrwerke hüllten ihn in Wolken von Staub. Der Schweiß troff in Strömen von seiner Stirn. Er achtete es nicht. Zurück zu seinem Stein!

Er allein war Heimat ihm und Freund, er allein gab Nahrung ihm und Arbeit, gab ihm die wehmütig-trübe Freude der Erinnerung.

Sein Stein!

Vor Pietro tauchten die ersten Häuser Quintos auf. Erschöpft verlangsamte er seine Schritte.

Wie nach langer, mühseliger Lebenswanderung fühlte er sich von den wenigen Meilen entkräftet und zerschlagen.

Schon sah er die beiden gegabelten Straßen, die nach dem nahen Nervi führen. Dort, wo die Wege zusammentrafen, stand eine lärmende Menschengruppe.