Aufrecht an die Wand gelehnt standen Sillys Puppen in Reih und Glied.

»Das ist ja wie zu einem großartigen Empfang!« rief er lachend. »Auf wen warten denn deine Puppen, Sillchen?«

»Auf dich … und mich!« sagte sie leise und feierlich. »Denn ich bin ihre Königin. Sag das aber niemand. Möchtest du nicht ihr König sein?« fragte sie mit einem flehenden Ausdruck.

»Puppenkönig …?« Ihm spukten noch die Indianergeschichten im Kopf herum, aber ein Blick in ihre gespannten Züge ließ ihn die entrüstende Zumutung sanftmütiger hinnehmen. »Nein, Silly,« sagte er endlich ehrlich, »alles, was du willst, aber das – kann ich nicht.«

In ihre durchsichtigen grauen Augen traten Tränen. »Du sollst ja nicht, wenn du nicht willst,« sagte sie traurig und hing den Kopf, »aber dies mußt du doch von mir annehmen. Es ist die liebste und kleinste, die ich habe, und sie heißt Lady Rosalind.«

Sie drückte ihm ein gewöhnliches Zündholzschächtelchen in die Hand und bat flehend: »Geh, geh jetzt, Arno, mach die Schachtel nicht hier auf, bitte. Später, wenn du allein bist!«

Betroffen von dem schmerzlich-leidenschaftlichen Ton ihrer Stimme blieb der Knabe unschlüssig stehen und sah Sibylle an.

Aber sie drängte und schob ihn zur Tür hinaus.

»Bitte, bitte geh!« flüsterte sie.