17. Kapitel.
Wie P. Middleton den Flüchtling findet.

Je weiter die Nacht voranschritt, um so kälter wurde es, und um so weniger wollte es P. Middleton gelingen, den Gedanken an den Entflohenen aus seinem Kopfe zu verbannen. Immer sicherer wurde es ihm, daß Prescott die Eisenbahn nicht benutzt haben könne. Auf dieser Voraussetzung arbeitete seine Phantasie weiter und malte ihm die schauerliche Lage vor, in welcher sich der Unglückliche jetzt befinde. Da er den gewöhnlichen Weg nach Sykesville jedenfalls vermied, so konnte es leicht geschehen, daß er sich verirrte und alle Aussicht verlor, in der Nacht den Ort noch zu erreichen. Wo sollte er dann aber Unterkunft und Schutz gegen die schneidende Kälte finden? Ja würde er überhaupt Unterkunft suchen? er, der in seiner Art schlau und gerieben war und alles vermied, was bei einer Verfolgung auf seine Fährte bringen konnte?

Um elf Uhr ging P. Middleton endlich zur Ruhe. Allein seine Einbildungskraft scheuchte allen Schlaf von seinen Augenlidern weg. Stunde um Stunde verging, ohne daß er einzuschlummern vermochte. Beständig folgte sein Geist den Schritten des gewissenlosen, unglücklichen Wanderers.

Um vier Uhr endlich stand er wieder auf, verließ den Schlafsaal und ging in einem einsamen Teile des Hauses ein paarmal auf und ab.

„Ich halte es nicht mehr aus. Ich muß dem armen Jungen nachgehen. Vielleicht kann ich ihm doch helfen. — Aber soll ich wirklich den P. Rektor wecken?“

Er begab sich an einen Ort, wo er das Fenster des Rektors sehen konnte. Es war erleuchtet.

„Gott sei Dank! — Aber der hätte doch wenigstens schlafen sollen!“

Er ging und klopfte an.