Das wußte auch Percy nicht zu sagen.

„Gut, ich will Euch helfen. Ihr kennt das vierte Gebot. Whyte, wer hat aber an der Ehre und Liebe, die wir den Eltern schulden, Anteil?“

„Die Lehrer und alle, welche die Stelle der Eltern vertreten, auch die geistliche und die weltliche Obrigkeit.“

Jetzt blitzte es auf mehreren Gesichtern.

„Nun? — Hodder!“

„Es war auch deshalb sündhaft, weil Philipp seinen Lehrer verspottete. Denn der Professor hatte ein Recht auf die Ehre all seiner Schüler, den schiefen Philipp nicht ausgenommen.“

„Aber Du hast doch wohl gehört, daß der Professor so schlecht sprach und überhaupt manche Sonderbarkeiten an sich hatte.“

„Das ist kein Grund, ihm die Ehre zu versagen; denn er bleibt doch immer noch der Stellvertreter der Eltern, den man ehren muß.“

„Sehr gut, Hodder. Man würde es ja nicht tadeln, wenn der schiefe Philipp einen Gleichgestellten etwas hänselte. Allein dem Lehrer gegenüber ist dies eine kränkende Beschimpfung, um so kränkender, da Philipp auch seine Mitschüler zu der gleichen Roheit und Sünde verleitet.

Jetzt seht Ihr die Doppelsünde, die hier unter den heiteren Blumen von Fröhlichkeit und Scherz verborgen liegt. Wehe dem Leser, der ihr geheimes Gift nicht erkennt. Langsam, unmerklich, aber ganz sicher wird es wirken. Ohne sich bewußt zu werden wird der Leser nach und nach Lüge, Verachtung der Vorgesetzten und bodenlosen Leichtsinn als gut, ja als witzig und heldenhaft betrachten, wenn es ihn nur zum Lachen reizt. Zwar kommt das Verderben nicht gerade immer mit einem einzigen Buche, obgleich es nicht an solchen fehlt, deren einmaliges Lesen unschuldige Herzen für immer verdorben hat. Manche töten nicht so schnell. Bei Zeiten gewarnt, kann sich ein Knabe durch Folgsamkeit ihrer bösen Wirkung entziehen. Allein einer fortgesetzten Lektüre solcher Bücher wird auch die stärkste Tugend auf die Dauer nicht widerstehen.