„Ihr handelt gemein!“ rief er. „Es könnte einen Stein erweichen, ein armes Kind in solcher Lage zu sehen. Und Ihr wollt es noch verhöhnen und quälen!“

„Gemein?“ wiederholte Kracher. „Sag’ uns das nicht noch einmal!“

„Ja, gemein ist es, gemein!“

„Hört Ihr’s?“ redete jetzt Kracher die Gesellschaft an. „Hört Ihr’s? Sollen wir uns das gefallen lassen?“

„Er muß Spießruten laufen!“ klang eine Stimme.

„Ja, Spießruten laufen!“ schrie die Bande mit schadenfrohem Vergnügen.

Kracher ergriff Percy und hielt ihn fest, bis die andern sich in zwei Reihen, die einander das Gesicht zukehrten, aufgestellt hatten.

Von dem Betrunkenen, welcher der ursprüngliche Grund ihrer Ansammlung gewesen, war die Aufmerksamkeit jetzt völlig abgelenkt.

Der kleine Bruder jedoch beobachtete alles, was vorging, mit großen Augen. Er wußte sich zwar nicht recht zu erklären, was die Bubenschar eigentlich vorhabe, erkannte aber so viel, daß es gelte, seinem Retter Percy ein Leid anzuthun. Er eilte herbei, schlang beide Arme um Percy und rief, so laut er konnte, um Hilfe. Doch einige der nächsten Gesellen rissen ihn weg und stießen ihn zurück.

Unterdessen war die Aufstellung vollendet. Kracher brachte also den wehrlosen Percy an den Anfang dieser Gasse und stieß ihn hinein. Sofort regnete es Faustschläge und noch viel Schlimmeres auf ihn, so daß der zarte Knabe, der solche Mißhandlungen kaum dem Namen nach kannte, schon nach den ersten zwei Schritten niederfiel. Unsanfte Hände griffen zu, um ihn emporzuziehen. Allein das widerwärtige Schauspiel fand ein jähes Ende. Denn plötzlich, Percy wußte nicht warum, stob die ganze Meute auseinander, und drei der sauberen Brüder stürzten, so lang sie waren, neben Percy zu Boden.